Abgedreht ...

Abgedreht - ein Adjektiv, das sowohl mein neues Buch als auch seine Entstehung sehr gut beschreibt.

Angefangen hat alles damit, dass mich Ani Rid zu Beginn des Jahres fragte, ob ich nicht beim Camp NaNoWriMo im April mitmachen wolle.

Zur Erklärung: Beim Camp NaNoWriMo handelt es sich um einen Abkömmling des NaNoWriMo - des National Novel Writing Month. Dies ist ein kreatives Schreibprojekt, das im Jahr 1999 von Chris Baty ins Leben gerufen wurde mit dem Ziel, während der 30 Tage des Monats November einen Roman (oder zumindest einen Erstentwurf) mit mindestens 50.000 Wörtern zu verfassen.
Das Camp NaNoWriMo ist im Grunde nichts anderes, nur dass es statt im November, im April sowie im Juli stattfindet. Man findet sich mit anderen Schreibenden zusammen, die ebenso verrückt sind und die Herausforderung wagen. Natürlich könnte man sich grundsätzlich auch allein dieses Ziel setzen, doch in einer Gemeinschaft macht es zum einen mehr Spaß und es spornt einen zusätzlich an. Weil ich es schon immer einmal ausprobieren wollte, der November bei mir persönlich aber meist ein dafür denkbar schlechter Monat ist, hatte ich es bisher nicht versucht. Doch jetzt hatte mich der Ehrgeiz gepackt. 50.000 Wörter in einem Monat, das sind umgerechnet 1667 Wörter am Tag. Das wird doch wohl zu schaffen sein …
Nun, was soll ich sagen? Es war anstrengend. Zugleich jedoch lehrreich. Und: Ich habe es geschafft!

Ursprünglich hatte ich vor, eine andere Geschichte zu schreiben, doch die Herren sträubten sich bereits im Vorfeld so sehr, dass ich am 31.03. meine Dateien angefangener Geschichtenideen ansah und dabei auf diese stieß. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass mir die vage Idee an einem Novembermorgen eines Samstags um kurz vor 7 Uhr kam, als ich auf den Bus zur Arbeit gewartet habe. Ich hatte nur die beiden Protagonisten vor Augen: ein alternder Soapstar, der Probleme mit dem Altern sowie dem Tod hat und ein Bestattungsunternehmer. Das war alles. So vage diese Vorstellung in meinem Kopf war, so perfekt eignete sie sich für dieses Projekt.
Ich setzte mich also am 01.04. hin und begann zu schreiben. Lediglich begleitet von einem ›Schauen wir mal, was daraus wird‹.
Ich fühlte mich ungewohnt frei, konnte ich doch einfach drauflos schreiben. Bisher war ich immer der Meinung, einen Plot oder wenigstens Anhaltspunkte zu brauchen. Doch das funktionierte dieses Mal nicht. Jeden Tag gab es eine neue Episode und Überraschungen.
Ganz ohne Hilfe lief die Entstehung allerdings nicht ab, weshalb ich auf diesem Weg meinen beiden Begleitern von der ersten Stunde dieser Geschichte an danken möchte. Ohne euch wären Pete und Jaron nicht das, was sie nun sind. Von den anderen Herren in dieser Geschichte mal ganz abgesehen. Daher freue ich mich schon sehr auf das nächste Projekt mit euch.

Der April ging schnell vorbei und ich schaffte tatsächlich die 50.000 Wörter, nur um festzustellen, dass die Geschichte noch lange nicht auserzählt war. Im Nachhinein betrachtet lässt sich sagen, dass zu diesem Zeitpunkt gerade mal die Hälfte erreicht war. Das mag auch daran liegen, dass die Wendung, die die Geschichte nahm, mich anfangs selbst überrascht hat. Noch dazu, weil ich doch selbst kein Krimi-Fan bin. Dennoch hat mir das »Wildern« in diesem anderen Genre unglaublich Spaß gemacht.
Doch keine Angst, wo ›Gay Romance‹ drauf steht, ist auch in erster Linie eine solche einthalten.

Wer erfahren möchte, was meine verrückte Muse und ich fabriziert haben, darf sich auf die baldige Veröffentlichung freuen. In meinem Newsletter sowie auf Facebook gebe ich zeitnah bekannt, sobald das Buch erhältlich ist.

Für den kleinen Vorgeschmack gibt es hier den Klapppentext:

Abgedreht - Das Leben ist (k)eine Seifenoper:

Pete Sander ist Schauspieler mit Leib und Seele. Als sein Vertrag bei einer Seifenoper nach beinahe zwanzig Jahren nicht mehr verlängert wird, gerät er in eine Sinnkrise. Er hadert mit sich und seinem Alter. Dass er an diesem Tiefpunkt dem deutlich jüngeren Jaron buchstäblich in die Arme fällt, gibt ihm die Kraft, seine Karriere neu zu starten. Doch die Realität schlägt mit all ihrer Hässlichkeit zu: Geschützt durch die Anonymität der sozialen Medien wird das Paar mit Hass und Häme überhäuft. In anonymen Drohbriefen werden Jaron sowie Petes Freunde bedroht. Die Lage spitzt sich zu - bis hin zu ernsthaften Übergriffen.
Ist die Trennung der beiden, wie vom Erpresser gefordert, wirklich die einzige Lösung?

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