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Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen?

(Diese Frage stammt aus einem Interview von Karo Stein, welches sie in Vorbereitung auf die BuchBerlin 2017 auf ihrem alten Blog veröffentlicht hatte.)

Ich habe Kröti als Muse *lach*.

Kröti ist imaginär und aus einer Art Selbstgespräch mit mir entstanden. Damals steckte ich in einer Szene fest und urplötzlich hatte ich eine Idee, die schon ein wenig fies war gegenüber meinen Protagonisten (das Lustige ist, ich weiß gar nicht mehr, um welche Geschichte es ging, aber ich erinnere mich trotzdem noch an diese Situation).

Ich dachte damals nur: „Meine Muse ist ne ganz schöne Mistkröte.“ Und so entstand Kröti. Nicht ganz ernst gemeint, aber so habe ich wenigstens immer einen Schuldigen *grins*.

2015 hat sich Kröti sogar schon selbst einmal zu Wort gemeldet. Das E-Booklein dazu gibt es auf bookrix zu lesen oder auch hier:


Cover E-Book Kröti

Wer ist Kröti? Warum ist sie? Und wie ist sie?

 

Heute hat sie sich kurzerhand entschlossen, aus ihrem Schattendasein zu treten und sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Zumindest für einen kurzen Moment.


Um eins vorneweg zu nehmen: Das Coverbild kommt mir nur bedingt nahe. Ich wandle mich je nach Anforderung. Mal bin ich lustig, mal ernst, mal romantisch, mal tiefgründig, mal oberflächlich oder gar sinnbefreit.

Wer ich bin?

Ich bin das, was man jedem künstlerisch tätigen Menschen nachsagt zu besitzen. Dabei bin ich weder sicht- noch greifbar; manchmal sogar unfassbar. Ich bin die, die in den unmöglichsten Situationen Ideen liefert, einzelne Szenen in das Hirn ihres Opfers pflanzt oder ganze Geschichten, sich dann genüsslich zurücklehnt und grinsend beobachtet, was daraus wird und wie der Empfänger schier verzweifelt.

 

Ich bin nicht steuerbar, sondern verkrieche mich sogar gerade dann gerne, wenn ich am dringendsten benötigt werde. Ob ich das absichtlich tue? Nun, das bleibt mein Geheimnis.

Ich werde geliebt und gehasst - und das häufig sogar zur gleichen Zeit. Nicht jeder gibt mir einen Namen, doch für manche scheint es leichter, mit mir zu kommunizieren, wenn sie es tun.

 

Wie ich zu diesem speziellen kam?

Nun, es war einer dieser Tage, an denen meine Laune geradezu übersprudelte und damit auch meine Ideen. Sitala wusste gar nicht mehr, welcher Eingebung sie zuerst folgen sollte. Okay, auch nicht alle waren toll, aber das ist ja das Lustige daran. Ich schmeiße etwas hin und Sitala darf zusehen, was sie daraus macht und ob sie es überhaupt tut.

Plötzlich meinte sie, ich sei eine Mistkröte, weil ich mich nicht entscheiden könne, was ich wolle. Dabei weiß ich es doch: Ich will ALLE meine Ideen aufgeschrieben sehen. Ist doch ganz einfach.

Dass ich im Grunde meines Wesens nicht böse bin (zumindest nicht vollkommen), hat dann auch Sitala eingesehen und mir den Spitznamen ›Kröti‹ verpasst.

Tja, und so kam es, dass ich in dieser Form einen eher ungewöhnlichen Namen trage, denn landläufig bin ich nur bekannt als: die Muse.

 

Zugegeben, ich führe ein ziemliches Lotterleben: Ich tauche auf, wann es mir passt, bleibe, solange wie ich will und verschwinde auch gerne mal ohne Ankündigung. Manchmal beobachte ich aus der Ferne, wie um mich gebangt wird: Kommt sie wieder? Und wann? Und mit welchen Ideen?

Bisher bin ich immer zurückgekehrt und gedenke auch vorerst nicht, das zu ändern.

 

Leider sind meine sprunghafte Art und Sitalas doch recht ordnungsbasiertes Leben nicht immer kompatibel. Da fläze ich mich an Sitalas freiem Tag lieber gemütlich auf dem Sofa und döse vor mich hin. Hallo? Auch Musen brauchen mal Urlaub.

Zum Ausgleich gibt es dann an anderen Tagen mehr Input. Dafür, dass das dann nicht in Sitalas Arbeitsablauf passt, kann ich auch nichts. Schließlich war es nicht meine Idee, einen Job mit geregelten Arbeitszeiten zu ergreifen.

Außerdem lasse ich mich nicht zwingen. Bei Druck igele ich mich ein und kuschle lieber mit den ganzen Kerlen, die alle im Laufe der Zeit das Licht der Welt erblickt haben (oder noch erblicken werden). Da bin ich eisern.

 

Zudem bilde ich mir ein, prinzipiell pflegeleicht zu sein. Es gibt nur ein paar Dinge, die ich benötige, um mich wohl zu fühlen:

1. Ruhe - und zwar so richtig. Nicht diese ›ich mache die Tür zu und keiner stört mich‹-Ruhe, sondern die ›Sitala trägt Ohrstöpsel, um alle Geräusche auszublenden‹-Ruhe

2. Kaffee (schwarz und stark)

3. Zucker. In welcher Form, variiert gerne. Ich bin Schokolade, Keksen, Eis, Gummibärchen oder Ähnlichem nicht abgeneigt.

4. Kaffee (den aber bitte ohne Zucker! Bäh!)

5. Wärme. Das bedeutet, dass Sitala gerne selbst bei über 20°C im Raum mit Decke am Schreibtisch sitzt.

6. Kaffee

7. Vigilanz; bedeutet so viel wie ›Wachheit‹. Nichts ist lähmender für mich, als Müdigkeit. Da fließen meine Ideen nur zäh bis gar nicht.

8. Kaffee (vielleicht auch, um 7. herbeizuführen/aufrechtzuerhalten)

9. keine visuelle Ablenkung (schließlich hat es einen Grund, dass Sitalas Schreibtisch vor der Wand mit der Raufasertapete steht und nicht vor dem Fenster ...)

und ganz wichtig:

10. Kaffee.

 

Kann doch im Grunde nicht so schwer sein, oder?

Zumal ich zusätzlich auch unangekündigt auftauche, wenn nicht alle Aspekte erfüllt sind. Ich bin da nicht so restriktiv. Deshalb besuche ich Sitala auch gerne mal auf der Arbeit, im Bus, bei Treffen mit Freunden, während eines Telefonats, beim Lesen irgendwelcher Worte oder beim Musikhören. Eine Zeit lang fand ich es besonders amüsant, Sitala unter der Dusche zu überraschen. Oft werde ich dabei von meinen besten Freunden begleitet: die allseits ebenso geliebten wie gefürchteten Plotbunnys. Ich frage mich, warum alle immer aufstöhnen, wenn sie vorbeikommen. Das sind so niedliche kleine, puschelige Gesellen. Manche sind auch ganz ruhig und warten brav auf ihre Beachtung. Andere sind da ein wenig ... hartnäckiger. Einigen wurde sogar schon Bissigkeit nachgesagt, doch bisher konnten ernsthafte Verletzungen nicht endgültig nachgewiesen werden.

 

Das hört sich jetzt alles so locker-flockig an, doch glaubt mir: Das ist ein Knochenjob! Allerdings einer, den ich nicht mehr missen möchte.

Es ist nicht immer leicht mit mir und manchmal schieße ich auch übers Ziel hinaus, aber das gehört einfach dazu. Wer mich annimmt bekommt meine irren Züge gratis dazu, ohne Kündigungsoption. Tja, es gibt eben im Leben immer einen Haken.

 

Und jetzt werde ich Sitala einsammeln und mit ihr gemeinsam unserer Kreativität freien Lauf lassen.

Ich sage: Bis bald, ihr Lieben! Wir lesen uns!

Eure Kröti


nachgefragt - Jeden Samstag beantworte ich an dieser Stelle eine Frage.

 

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