Neuanfang ohne großes Tam-tam

Seit einer Woche habe ich Urlaub (von meinem Brotjob) und auch die kommende Woche werde ich noch Urlaub haben.

Mein Mann dagegen arbeitet - heißt also: viel Zeit für mich und viel Zeit zum Nachdenken.

 

Ich hatte mir vorgenommen, in diesen 2 Wochen »nichts« zu tun. Mein Brotjob ist momentan so kräftezehrend, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft verstehe, was es bedeutet, wenn jemand sagt, er gehe auf dem Zahnfleisch.

Dabei bin ich wirklich stressresistent; vielmehr blühe ich in stressigen Zeiten regelrecht auf. Während andere kurz vor dem Zusammenbruch stehen, schöpfe ich Unmengen an Energie. Doch in letzter Zeit spürte ich, wie die Energiequelle mehr und mehr versiegt - trotz (oder wegen?) anhaltendem Stress.

 

Ich fühle mich ausgebrannt.

 

Eigentlich weiß ich schon länger, dass ich einen Cut brauche, dass es mir nicht guttut, wie ich krampfhaft versuche, an meinen Schreibgewohnheiten festzuhalten und gleichzeitig allem anderen in meinem Leben in perfektionistischer Weise gerecht zu werden.

 

Okay, aber zurück zum eigentlichen Thema: Dieses »Nichtstun« tat ich für exakt 1 Tag (ausschlafen, Serien gucken, Spiele spielen …) - ich hatte mich so darauf gefreut und wurde dessen bereits am 2. Tag überdrüssig.

Was fehlte mir? Ganz klar: das Schreiben.

 

Vermutlich denken die meisten von euch, ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren gar nicht geschrieben, aber das stimmt nicht. Ich schreibe beinahe jeden Tag oder beschäftige mich mit irgendetwas, das mit dem Schreiben zu tun hat.

Ich habe x Geschichten neu/wieder angefangen (und natürlich wieder verworfen …), habe im Internet nach Arbeitsmethoden anderer Autoren gesucht. Ich dachte (und denke leider immer noch häufig), irgendwann läuft mir DIE Methode über den Weg und ich weiß, wie ich mich perfekt organisiere, strukturiere, einen Roman schreibe … Dann werde ich diese Idee adaptieren und los geht’s. Nie wieder Probleme.

 

Ha, ha!

 

Ich mein, ich bin nicht blöd (glaub ich zumindest) und ich weiß grundsätzlich, dass es so etwas nicht geben wird. Schließlich ist exakt niemand in genau meiner Lage (mit meinem Brotob, meinen Arbeitszeiten, meinem sozialen Umfeld, meiner gesundheitlichen Verfassung, etc.), weshalb ich meinen eigenen Weg finden muss. Ich weiß das. Es ist nur so mühsam und der Gedanke, dass ich nie werde sagen können: Ja, genauso läuft es perfekt und so wede ich es den Rest meines Lebens (oder wenigstens die nächsten 10 Jahre) handhaben frustriert mich.

 

Aber ich wollte ja eigentlich über das Schreiben schreiben und nicht über meinen mich bremsenden Perfektionismus.

Denn ich vermisse das Schreiben. Was absurd klingt, wenn man bedenkt, dass ich mich irgendwie täglich damit beschäftige: in Form von tatsächlichem Schreiben, Planen oder auch nur schlechtem Gewissen, weil ich mich komplett zurückgezogen hab. Aber was soll ich denn präsentieren, wenn ich nichts Vorzeigbares zustande bringe?

 

Ich habe jetzt beschlossen, genau das zu zeigen. Ich möchte meine Reise als Autorin zeigen, meine Fortschritte, Erfolge und auch meine Rückschläge.

 

Ich habe nicht vor, ein großes Brimborium zu veranstalten.

Ich möchte einfach sehen (und rekapitulieren) können, wo entlang mein Weg mich führt. Dabei freue ich mich tatsächlich schon auf unvorhersehbare Abzweigungen, Wendungen, Sackgassen.

Vielleicht hätte ich das schon vor langer Zeit in Angriff nehmen sollen, ganz sicher sogar. Aber es ist wie es ist. Die Zeit kann man nicht zurückdrehen.

 

Deshalb beginnt mein Reisebericht heute, hier und jetzt.

 

Ich habe nicht vor, tägliche Schreib-Updates zu geben. Ich kann nicht einmal sagen, wie oft ich mich melden werde oder zu welchen Themen.

Dies wird mein Spielplatz, auf dem ich mich austobe, meinem kreativen Chaos ein Zuhause gebe.

 

Hier beschreibe ich mein Leben als Autorin - in Teilzeit.

 

Im Gegensatz zu anderen hab ich nicht das Ziel, eines Tages vom Schreiben leben zu können.

Nein, mein Ziel ist: den Spaß am Schreiben wiederzufinden und Energie daraus zu schöpfen anstatt mich davon ausgelaugt zu fühlen.

 

Sicher, Blogs mit diesem Thema gibt es unzählige, aber keine Reise gleicht zu 100% einer anderen. Und das Gute ist: Niemand muss meinen Blog auch noch lesen, wenn er nicht möchte ;). Es steht euch frei, mitzukommen, mich nur für eine Zeit lang zu begleiten oder nur gemeinsam die Hotspots zu betrachten.

Macht, wie ihr es mögt - ich tue es ebenso.

 

In diesem Sinne: gute Reise!

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