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Zu welcher Tageszeit bist du am produktivsten?

Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte ich ohne zu zögern geantwortet: vormittags oder später Morgen.

Ich neige leider immer mal wieder im Laufe des Tages zu nicht wirklich kalkulierbaren Müdigkeitsphasen, in denen konzentriertes Arbeiten dann nur noch unter enormem Energieaufwand möglich ist. Wenn ich erst einmal in ein solches »Loch« falle, ist an Schreiben an diesem Tag eigentlich nicht mehr zu denken.

 

Und tatsächlich bin ich morgens ja sogar zwangsweise immer ein wenig produktiv. Morgens vor der Arbeit ist mein Energielevel nämlich noch relativ hoch (okay, es gibt Tage, da könnte es höher sein, aber das liegt dann eher an fehlendem Schlaf ;) ). Ich bin (mehr oder weniger) fit und motiviert. Der Tag liegt noch vor einem und manchmal habe ich das Gefühl, dass die prüfende Instanz in meinem Gehirn, die das, was ich da produziere, kritsisch abwägt, noch schläft. Abends hingegen ist mein Hirn nur noch zu Routinetätigkeiten fähig.

 

In den letzten Wochen habe ich aber mal versucht, mich und mein Schreibverhalten zu beobachten (v.a. an meinen arbeitsfreien und damit schreibintensiveren Tagen); nicht wirklich akribisch und konsequent, aber immer mal bewusst betrachtet. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich den Schreibbeginn im Laufe des Tages häufig (unbewusst) hinauszögere.

Dabei spielen mit Sicherheit auch meine mir altbekannten Problematiken eine Rolle (Perfektionismus und damit einhergehenede Vermeidungsstrategien), andererseits ist mir aber aufgefallen, dass ich mich vormittags häufig ewig mit einer Szene herumquäle und vor dem Bildschirm sitze und denke: »Das ist doch alles Mist!« Nachmittags hingegen bin ich ungeheuer produktiv (vorausgesetzt, ich verfüge noch über die entsprechende Energie), heißt, ich schreibe in sehr kurzer Zeit verhältnismäßig viele Wörter, die dazu auch noch nicht einmal Blödsinn sind.

 

Trotzdem denke ich noch immer, dass ich früh am Tag anfangen müsste, weil ich ja die Zeit effektiv nutzen möchte und eben nicht weiß, ob ich plötzlich wieder auf TILT umschalte. Vermutlich muss ich lernen, meine Aufgaben meinem jeweiligen Kreativitäts- und Routinearbeitslevel anzugleichen und mehr in mich hineinzuhören. Denn leider neige ich dazu, über meine Energieverhältnisse zu leben, was für eine kurze Zeit natürlich geht, aber eben nicht auf Dauer.

 

Zusammenfassend kann man also wohl sagen: Früher war ich eindeutig vormittags am prodiktivsten. Mittlerweile bin ich das eher nachmittags, nur muss ich noch lernen, diese Veränderung in mein Leben zu integrieren ;).

 


nachgefragt - Jeden Samstag beantworte ich an dieser Stelle eine Frage.

 

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